Die Chronik des Ortsvereins

Keimzelle des DRK Ortsverein Laufenburg
Bereits 1902 wurden einzelne Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Murg, der Fabrikfeuerwehr Hüssy & Künzli, sowie des Militärvereins Säckingen zu Sanitätern ausgebildet und als Sanitätsgruppe geführt. 1908 wurde offiziell die Sanitätskolonne gegründet, der neben Bürgern aus Murg, Niederhof, Rhina und Harpolingen auch drei Schweizer angehörten. Vorsitzender war Johann Butz. Das allererste Protokollbuch der Sanitätskolonne ging bei einem Brand in Harpolingen verloren.
Der erste „Winterkurs“ der Kolonne wurde 1908 unter der Leitung von Dr. Beha in der seitens der Gemeinde zum provisorischen Schulraum eingerichteten Schreinerwerkstatt in der Totenbühlstr. 6 durchgeführt. Auf Anforderung des Badischen Landesvereins fand am 19.09.1909 in Säckingen die öffentliche Prüfung der Sanitätskolonnen Säckingen – Murg – Niederhof – Rheinfelden durch den Marineoberstabsarzt Dr. Ratz aus Freiburg statt. Die nächste öffentliche Prüfung wurde am 12.06.1910 in Rheinfelden durchgeführt. 1909 und 1913 wurde die Gemeinde zur Finanzierung der für Krankenträgerdienste notwendigen Verbandslagerungen und Krankentransportmittel, sowie zur Umsetzung der vorgeschriebenen Uniformierung – sämtliche Kolonnen des Bezirks waren 1913 uniformiert – angefragt.
Im ersten Weltkrieg wurden fast alle Mitglieder zum Militärdienst einberufen. Dr. Beha starb 1919 im russischen Gefangenenlager, sein Nachfolger wurde Dr. Tröscher. 1921 wurde Rudolf Hürzeler Kolonnenführer. Im Rathaus wurde eine mit der Unfallmeldestelle verbundene Hilfsstelle eingerichtet. Diese Stelle und die Wohnungen der Sanitäter wurden durch Schilder kenntlich gemacht. Im November 1921 wurde eine Haussammlung in Murg und Niederhof durchgeführt. 1922 befanden sich in der Kasse jedoch nur noch 10 Mark, so dass von der Entsendung eines Delegierten zur Landestagung in Ebersbach abgesehen wurde. 1923 wurde seitens der Gemeinde ein Gerätehäuschen für die Kolonne errichtet, die Entsendung eines Delegierten zur Landesversammlung nach Ettlingen wurde mit 20.000,- Mark aus der Kasse und 27.500 Mark aus Mitgliederspenden finanziert. 1924 wurde wieder eine Haussammlung durchgeführt, sowie vom Kreis Fördermittel und von der Ortskrankenkasse Säckingen eine Spende eingenommen. 1925 beteiligte sich die Kolonne an einer gemeinsamen Übung in Rheinfelden („Eisenbahnunglück“),1926 an der Bezirksübung in Waldshut („Einsturz Neubau“) und 1927 an der Kreisübung in Öflingen. 1926 wurde ein neuer Krankenwagen für 640,- Mark angeschafft.
Anlässlich der Feier des 20-jährigen Jubiläums am 22.07.1928 wurde seitens Dr. Köhler aus Laufenburg die Gründung einer Laufenburger Kolonne angeregt und 1932 durch den Badischen Männerverein vom Roten Kreuz unter der Leitung von Dr. Liehr genehmigt, die „so lange der Stammkolonne Murg angeschlossen werden [konnte], bis die Gründung einer selbständigen Kolonne möglich sei.“
Im Juli 1929 beteiligte sich die Kolonne mit 16 von 30 Mitgliedern an der Kreisübung in Stühlingen („Kesselexplosion in einer Fabrik“), 1931 an der Kreisübung in Albbruck. 1930 wurde das neue Gerätehaus bezogen, 1931 ein Signalhorn beschafft. Wer wiederholt die Unterrichtsstunden versäumte wurde ausgeschlossen.

„Auf 1. April 1933 legte der Kreisvorsitzende Götz aus Waldshut sein Amt nieder. Das nationalsozialistische Gewaltregiment brachte auch dem Sanitätswesen tiefeinschneidende Änderungen. Wegen der „Gleichschaltung“ teilte der Landesverband der Kolonne mit, dass wenigstens ein Vorstandsmitglied eingeschriebenes Parteimitglied sein müsse. Am 14. August 1933 wurde die Sanitätskolonne im Schulhaus verpflichtet. 25 Mann erschienen, zwei Mann fehlten. Zugegen war der Kreisvorsitzende Baumgartner von Rheinfelden, der Bezirksinspektor Dr. Otto Meier in Säckingen und der Standartenarzt Dr. Steiger aus Albbruck. Die Versammlungen wurden in jener Zeit geschlossen mit dem dreifachen Ruf „Sieg Heil“! Die Mitglieder trugen nun Schulterriemen, später auch lange Schaftstiefel.“ (Chronik 1957, S. 4)

Am 04.11.1933 wurde das 25 jährige Jubiläum gefeiert. 1934 zählte der Sanitätszug 25 Aktive, darunter auch acht Helferinnen, die dem Frauenverein unterstellt waren, aber vom Kolonnenarzt ausgebildet wurden. Durch den Reichsverwalter des DRK und der Sanitätskolonnen wurden alle Satzungen vollkommen umgestaltet. 1936 wurde der Halbzug anlässlich der Kundgebungen zur Reichstagswahl und am Wahltag selbst eingesetzt, 1937 zur Propagandafahrt der Kreisleitung anlässlich der Volksabstimmung am 10.04.1937. Zur Ausbildung kamen Kartenlesen und Geländekunde, sowie Orientierungsmärsche (1937 in Säckingen), Luftschutz- und Felddienstübungen (1935 in Schwörstadt) hinzu. 1937 fand die Eingliederung in die Wehrmacht statt.
1938 erklärte sich Bürgermeister Grass bereit, den Vorsitz zu übernehmen, wenn der Leiterin des Frauenvereins, Frau Sutter, die Geschäftsführung des Roten Kreuzes in Murg übertragen werde. Dies wurde vom Hauptführer der Kreisstelle Säckingen namens Amt im April 1939 mit Hinweis auf die fehlende deutsche Staatsangehörigkeit abgelehnt.

Unterlagen zu den folgenden 10 Jahren fehlen. Trotz des Verbots des DRK nach dem Krieg durch die französischen Militärbehörden, die nur das Badische Hilfswerk duldeten, „entschloss man sich zur Wiederaufnahme der altgewohnten sanitären Aufgaben, wenn auch ohne vorherige Erlaubnis“ (Chronik 1957, S.6). Nach Inkrafttreten der Währungsreform am 20.06.1948 befanden sich noch 183,-- DM in der Kasse. Der Bürgermeister Wilhelm Düsch lud am 20.08.1948 einige frühere Mitglieder ein und informierte anschließend die Kreisstelle des Badischen Roten Kreuzes über die „Neugründung“. Die offizielle Gründungsversammlung fand nach langwierigen Verhandlungen mit dem Kreisverband, dem Landratsamt und der Militärregierung am 30.Juli 1949 statt. Es wurden Uniformen und Verbandsmaterial beschafft und wieder eine Unfallstation im Rathaus eingerichtet. Zudem engagierte sich der Ortsverein finanziell zusammen mit den übrigen Ortsvereinen, dem Kreisverband und dem Landesverband am DRK Kindererholungsheim in Todtmoos. Der Ortsverein schickte rund 40 Kinder dort zur Erholung und verteilte Päckchen aus Amerika an Kinder von gefallenen Kameraden. Am 12. und 13.11.1949 wurde das 40 jährige Jubiläum gefeiert.
In den folgenden Jahren wurden v.a. Sanitätsdienste bestritten, die Bevölkerung und Mitglieder in Erster Hilfe ausgebildet, sowie Mitglieder zur weiteren Ausbildung zur Sanitätsschule in Pfalzgrafenweiler geschickt. Neben Krankentransporten und Erste Hilfe Leistungen wurden Nachtwachen und Wöchnerinnenpflege durchgeführt, weiterhin Kinder zur Erholung nach Todtmoos und Hinterzarten verschickt, sowie amerikanische Lebensmittelspenden und englische Kleiderspenden verteilt, u.a. wurden auch fünf Zentner Kleiderspenden für die Hochwassergeschädigten nach Bayern versandt. Am 21.09.1958 wurde das 50 jährige Jubiläum gefeiert. Die finanziellen „Jubiläumsgaben“ wurden dabei zur Anschaffung eines neuen Zeltes genutzt, das am 22.09.1958 bei der Einsatzübung des Katastrophenzugs Säckingen anlässlich des Jubiläums gleich eingeweiht wurde.
In den folgenden Jahren hat sich der Ortsverein Murg weiterhin v.a. in Sanitätsdiensten und im Katastrophenschutz engagiert. Er stellt im Rahmen der Einsatzeinheit eine Sanitätsgruppe.


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10.09.2019
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